| 01.06. - 05.06.2026 | |
| Doppelzimmer | € 975,- |
| Einbettzimmerzuschlag | € 176,- |
Busreise
Reiseleitung
N/Frühstück
Achtung: Gültiger Reisepass auch innerhalb der EU erforderlich!
In den Hotels in Italien wird vor Ort eine zusätzliche Touristensteuer eingehoben!
Rainer Maria Rilke zählt zu den bedeutendsten österreichischen Lyrikern, dessen fantastisches Werk Reflexionen über Existenz und Transzendenz, Betrachtungen zur Kunst und zum Verstehen von Kunst miteinschließt. Seine psychologische Tiefe und sein Vordringen in gedankliche Räume, die kulturell gerade erst im Entstehen begriffen waren, schätzten Freunde und Wegbegleiterinnen wie Sigmund Freud, Auguste Rodin oder Lou Andreas-Salomé. Beim Gehen und Wandern durch einzigartige Landschaften und literarische Herkunftsorte (Duineser Elegien) vergegenwärtigen und veranschaulichen wir uns zentrale Aspekte seiner großartigen Dichtungen.
Rilke-Gedichte gelesen von Oskar Werner, Zwischenhalte
Duino ist nicht nur ein bekannter Hafen- und Badeort in den letzten Jahrzehnten der Donaumonarchie, sondern vor allem Aufenthaltsort von Rilke im Schloss Duino, einem Besitz der Familie Thurn und Taxis. Die Duineser Elegien, wohl die berühmteste Gedichtsammlung Rilkes, ist hier nach langen Wehen und inneren Kämpfen entstanden. Der Rilkeweg mit seinen verlockenden Panoramablicken entlang der Felsen zwischen Sistiana und Duino erinnert an das monatelange Ringen des Dichters mit seinem Stoff. Wir genießen auf unserem Spaziergang einen Panoramablick auf die Bucht von Sistiana, den Golf von Triest und das Schloss. Auf halbem Weg zwischen Duino-Aurisina und San Giovanni di Duino besichtigen wir ein 1965 entdecktes Mithräum, einen Tempel des Mithras-Kultes in einer natürlichen Grotte.
Mit dem Val Rosandra besitzt Triest ein Naturreservat und Naherholungsgebiet, um das man die Einheimischen nur beneiden kann. Seine Wildheit bietet einen scharfen Kontrast zur Stadt mit ihrem „domestiziertem Hinterland. In Bagnoli, der Partisanenhochburg am Eingang des Tales passieren wir die Dorfbar, eine Aussichtswarte und die alte Trasse der Bahn nach Rijeka liegen am Weg. Das großartige Finale ist die Schluchtenwanderung entlang des Torrente Rosandra mit Gumpen und kleinen Wasserfällen.
Unser heutiges Luststück umfasst drei Akte: Im ersten betreten wir den klassischen Triestiner Karst, wandern zwei Stunden lang durch unversehrte Natur- und Kulturlandschaft und passieren dabei zahllose Dolinen und später idyllische Trockenwiesen. Im zweiten überschreiten wir ohne es zu bemerken die italienische Grenze und den ehemaligen Eisernen Vorhang, und schon öffnet sich der Blick auf den Golf von Triest. Im dritten schließlich rückt die Stadt selber über die Hinterbühne ins Rampenlicht. Wer die müden Beine nicht überstrapazieren will, kann mit dem Stadtbus bereits von Opicina aus ins Stadtzentrum fahren, die Übermütigen nehmen die Stadt per pedes in Besitz.
Ein letztes Mal wollen wir unseren Blick weiten: Auf dem wunderschönen Promenadenweg zwischen Opicina und Prosecco lassen wir Triest und seine Bucht unter uns liegen, auf der gegenüber liegenden Seite lockt schon die letzte italienische Bastion Muggia mit seinem malerischen Hafen, geografisch bereits auf der kroatische Halbinsel Istrien gelegen. In Prosecco erwartet uns ein kleiner Lunch sowie unser Reisebus für die Heimfahrt.